Mutterschutz

Durch das Mutterschutzrecht sollen Frauen in einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis während der Schwangerschaft und nach der Entbindung vor Gefahren für Mutter und Kind geschützt werden.

Generell ist die Beschäftigung werdender Mütter mit schweren körperlichen Arbeiten und mit Arbeiten verboten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von gesundheitsgefährdenden Stoffen oder Strahlen, von Staub, Gasen oder Dämpfen, von Hitze, Kälte oder Nässe, Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt sind. 

In den letzten sechs Wochen vor der Entbindung darf eine werdende Mutter auch ohne Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses nicht beschäftigt werden (sog. absolutes Beschäftigungsverbot), außer sie erklärt sich in einer jederzeit widerruflichen Erklärung ausdrücklich mit der Beschäftigung einverstanden.


Nach der Entbindung dürfen Frauen bis zum Ablauf von acht Wochen, bei Früh- oder Mehrlingsgeburten bis zum Ablauf von zwölf Wochen nicht beschäftigt werden. Auf dieses Beschäftigungsverbot nach der Entbindung kann nicht verzichtet werden.

Im Einzelfall kann die Beschäftigung einer Schwangeren schon vor diesem Zeitraum verboten sein, wenn nach ärztlichem Zeugnis Leben oder Gesundheit von Mutter und Kind bei Fortdauer der Beschäftigung gefährdet sind. Dies kann sich sowohl auf bestimmte Tätigkeiten beziehen als auch generell sein. Notwendig ist stets das Vorliegen eines ärztlichen Attests.

Der Lohn ist bis zum Ablauf der Beschäftigungsverbotsfrist fortzuzahlen. Auch für die Berechnung von Urlaubsansprüchen ist dieser Zeitraum maßgeblich.

Während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung darf das Arbeitsverhältnis nicht gekündigt werden. Der Arbeitgeber muss im Zeitpunkt der Kündigung Kenntnis von der Schwangerschaft haben oder ihm muss diese Kenntnis innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung vermittelt werden.