Rote Ampel/Rotlichtverstoß

Missachtet der Fahrer das rote Licht einer Lichtzeichenanlage und fährt in den Schutzbereich der Kreuzung ein, liegt ein Rotlichtverstoß vor. Dauert die Rotlichtphase bereits länger als eine Sekunde an oder tritt eine Gefährdung oder gar eine Sachbeschädigung hinzu, droht neben einer gesteigerten Geldbuße regelmäßig auch ein Fahrverbot.

Üblicherweise wird an den Halter zur Ermittlung des Fahrers ein Anhörungsbogen versandt. Selbst wenn Halter und Fahrer identisch sind, muss der Nachweis der Täterschaft nicht gelingen. Es gelten die allgemeinen Regeln für die Identifizierung des Betroffenen anhand eines vom Verkehrsverstoß gefertigten Lichtbildes. Liegt dem Anhörungsbogen kein Lichtbild vor, sollten Sie in jedem Fall über Ihren Anwalt Akteneinsicht in die Ermittlungsakte nehmen. Der Betroffene hat grundsätzlich keine Pflicht, sich selbst zu belasten. Als Halter hat er aber eine Mitwirkungspflicht bei der Aufklärung der Tat. Es droht selbst bei einem bestehenden Aussageverweigerungsrecht eine Fahrtenbuchauflage.

Maßgeblich für die Zeitmessung ist die Überquerung der Haltelinie. Liegen die Induktionsschleifen, wie in der Praxis häufig üblich, nicht auf der Haltelinie, ergeben sich bei Nichtberücksichtigung dieses Umstandes fehlerhafte Messwerte zuungunsten des Betroffenen. Unter anderem entstehen auch Fehler, wenn der Fahrer besonders langsam war oder kurz vor der Ampel noch beschleunigt hat. Diese Fehler können dazu führen, dass eine Sanktion gegen den Betroffenen nicht verhängt werden kann.

Entsprechende Informationen lassen sich nur durch Akteneinsicht gewinnen, die nur durch einen Anwalt vorgenommen werden kann.